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Swissmetal Industries Ltd
Grand-Rue 6
2732 Reconvilier
Suisse
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Trajet


Produits

  • Fonderie, extrusion continue (Conform), presses, laminage, étirage
  • Barres pleins et creuses, tubes, profilés pleins et creux, de moyennes et grandes dimensions, rubans
  • Large gamme d'alliages et de produits spéciaux

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Geschichte

Der Ursprung im 19. Jahrhundert

Der wachsende Bedarf der Schweizer Uhrenindustrie nach Messing zur Herstellung von Uhren-Rohwerken, bildete den gemeinsamen Ursprung der beiden Schweizer Werke in Dornach und Reconvilier. 1855 entstand in Reconvilier im Berner Jura ein Walzwerk mit einer Giesserei, die Bueche, Boillat & Cie. Bis zur Gründung der Swissmetal änderte das Unternehmen mehrmals den Namen; ab 1960 firmierte es als  Boillat S.A. Auch in Dornach gab es zuerst ein Walzwerk mit einer Giesserei unter dem Namen Schweizerische Metallwerke AG Dornach.

 

Von 1900 bis 1986

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten sich beide Werke parallel. Die Walzwerke wurden durch Press- und Ziehwerke ergänzt. Nun wurden auch Messingstangen und später auch Drähte für die Drehereien hergestellt. Im Laufe der Jahre wurden Extrusionspressen gekauft und Ziehereien eingerichtet, wobei die Walzwerke und die Giessereien ebenfalls ständig erweitert wurden.

Entsprechend dieser Entwicklung der Produktionsanlagen vergrösserte sich das Sortiment. Dabei tendierte Boillat immer mehr zu kleinen und mittleren Abmessungen, während sich Dornach auf mittlere und grosse Durchmesser konzentrierte. Das Sortiment überschnitt sich bei den Walz- und Ziehprodukten jedoch mehrfach.

Bis in die 70er Jahre spielte die Uhrenindustrie für Boillat eine grosse Rolle. Dann nahm dort die Elektronik (Telekommunikation, IT, usw.) als Absatzmarkt stark zu. Auch im Markt für Kugelschreiberspitzen trat Boillat schon bald nach dem 2. Weltkrieg auf. Für Walzprodukte nebst Uhrenplatinen aus Dornach waren die Anwendungsgebiete schon früh Munition und Münzen.

Für beide Produktionsstandorte war die Decolletageindustrie für die Ziehprodukte (Stangen und Drähte) stets von grösster Bedeutung. Die Werke stellten ab den 50er Jahren neben Messing auch andere Legierungen wie niedriglegiertes Kupfer, Neusilber und Bronze her.

Der Exportanteil für Produkte aus Dornach und Boillat stieg nach dem 2. Weltkrieg ständig. Die Verkäufe nach Westeuropa wuchsen ab den 50er Jahren rasch an. In den 70er Jahren nahmen die Umsätze in den USA sowie in den 90er Jahren jene in Asien stark zu.

Infolge der Spezialisierung von Boillat auf kleinere Produkte waren der Personalbestand und das Produktionsvolumen kleiner als in Dornach; wertmässig waren die Umsätze vergleichbar. Die ständigen Investitionen erhöhten die Kapazitäten deutlich und verbesserten die Produktivität merklich.

Die anfänglich enge Beziehung zur Uhrenindustrie brachte auch eine enge Kapitalbindung mit sich. Insbesondere an Boillat beteiligten sich ab 1917 neben bedeutenden Uhrenhersteller Maschinen- und Kabelwerke an der damals neu gegründeten Fonderie Boillat S.A. Am Standort Dornach waren ab 1934 dieselben Kabelwerke sowie Banken als Hauptaktionäre beteiligt.

 

Gründung der Swissmetal

Die bereits erwähnte Überschneidung des Produktportfolios führte 1986 zur Gründung der UMS Schweizerische Metallwerke AG. Dabei wurde auch das Werk Selve in Thun im Berner Oberland einbezogen. Das ebenfalls Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Werk umfasste ein ähnliches Sortiment, wobei das Hauptaugenmerk auf Walzwerken lag. 1989 wurde die effektive Reorganisation unter der Marke Swissmetal vollzogen, wobei sich Boillat auf kleine und mittlere Press- und Ziehprodukte, Dornach auf mittlere und grosse Press- und Ziehprodukte und Selve auf Walzprodukte spezialisierten.

1989 wurde dann die UMS Schweizerische Metallwerke Holding AG gegründet. Dabei fusionierten die Werke und verloren damit ihre rechtliche Selbständigkeit. SACT Cossonay Holding SA, ACMV Vevey Holding SA und der Schweizerische Bankverein waren nun die Hauptaktionäre der Gruppe.

 

Die 1990er Jahre

1990 wurde die deutsche Busch-Jäger Metallwerke GmbH erworben. Dieses Werk war ebenfalls auf Press- und Ziehprodukte kleinerer Abmessungen konzentriert. 1991 wurde beschlossen, das Werk Selve aus wirtschaftlichen Gründen zu schliessen. Mit Ausnahme der Munition, Münzen und Zimbeln wurden die Selve-Produkte auf Boillat und Dornach verteilt. Somit produzierte Boillat Drähte, Stangen und kleine Profile für die Kugelschreiberspitzen, die Elektronik, die Decolletageindustrie (Drehereien) usw. Dornach stellte Stangen, Profile und Bänder her; diese gingen vor allem an die Elektro-, Maschinen-, Schloss-, Uhren-, Bau- und Decolletageindustrien. Diese Absatzbranchen wurden in den 90er Jahren mit der Automobil- und Flugzeugindustrie ergänzt, nicht zuletzt dank der Speziallegierungen, welche unter anderem auf der Sprühkompaktieranlage Osprey in Reconvilier hergestellt wurden. In Dornach brachte die Investition in eine kontinuierliche Conform-Anlage einen Fortschritt bei der Fertigung von Kupferprofilen. Letztere ergänzten ein bereits grosses Sortiment von Profilen aus Messing und Bronze für zahlreiche Anwendungen.

 

Die jüngste Geschichte seit dem Jahr 2000

Infolge des Liquiditätsengpasses beim Werk Busch-Jaeger und der allgemein schlechten Wirtschaftslage in Deutschland, wurde das Werk Ende 2002 dekonsolidiert und anfangs 2003 als insolvent erklärt. In diesem Zusammenhang wurde mit einem Bankenkonsortium ein Stillhalteabkommen unterzeichnet. Im Sommer 2004 kam dann die Refinanzierung der Gruppe zustande, dank welcher eine positive Ausgangslage geschaffen wurde.

Seit 2003 wurde das operative Restrukturierungsprogramm mit dem Ziel in die Wege geleitet, die Kapitalrendite des Unternehmens zu verbessern. Zur Restrukturierung gehörte auch die Einführung einer einheitlichen Unternehmenssoftware, SAP. Ausserdem wurden alle zentralen Funktionen integriert. Die Vertriebsorganisation wurde durch den Ausbau der Präsenz in den wesentlichen Märkten neu ausgerichtet. Die Konzentration auf Spezialitäten und die Innovationstätigkeiten wurden beschleunigt sowie weitere Investitionen in Anlagen getätigt.

Das Werk Boillat in Reconvilier wurde im Herbst 2004 während 10 Tagen bestreikt. Dies aus Protest gegen den von Swissmetal seit 2003 eingeschlagenen Integrationskurs und aus Angst, die in der Vergangenheit sehr stark ausgeprägte Autonomie des Werks innerhalb des Konzerns zu verlieren. 2005 wurde im Rahmen der Unternehmensstrategie ein industrieller Investitionsplan entwickelt, der unter anderem die Zentralisierung von Giesserei- und Extrusionspresseaktivitäten vorsah. Dieser Plan wurde im Herbst 2005 der Öffentlichkeit vorgestellt und überzeugte Aktionäre, Lieferanten und die Mitarbeiter von Dornach auf Anhieb. Eine gegensätzliche Meinungsbildung zeichnete sich im Umfeld von Reconvilier ab. Vertreter regionaler Interessen aus dem Umfeld des Werks, unterstützt durch lokale Politiker, die Gewerkschaft Unia und ehemalige Kader des Werks fingen ab November 2005 an, eine koordinierte Medienkampagne gegen Swissmetal, seine Strategie und seine Unternehmensführung aufzubauen, um das Unternehmen zu zwingen, sich von der industriellen Integrationsstrategie abzuwenden. Da dies nicht gelang, wurde das Werk Reconvilier im Februar 2006 erneut bestreikt. In der Folge des zweiten, diesmal lang andauernden Streiks mussten Marktanteilsverluste hingenommen werden, die zu einer Massenentlassungswelle führten. Mitte Februar 2006 konnte Swissmetal die Akquisition der Busch-Jaeger Metallwerk GmbH, Lüdenscheid, bekannt geben. Dieses Werk war nach der Insolvenz im Jahr 2003 von einer Investorengruppe übernommen worden und hatte sich in der Zwischenzeit sehr positiv entwickelt. Der erneute Zusammenschluss mit Busch-Jaeger gab dann auch den entscheidenden Anstoss zur Beilegung des Streiks Anfang März 2006.

Der Abschluss des zweiten Streiks bietet Swissmetal die positive Chance, die Isolation einzelner Werke definitiv zu beenden und industrielle Synergien zu realisieren, die durch eine engere Zusammenarbeit der Werke erzielt werden kann. Synergiepotentiale ergeben sich insbesondere im Hinblick auf den erneut hinzugewonnenen dritten Standort in Lüdenscheid, Deutschland.


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